Sunday, September 05, 2010
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Star-Regisseur ist 88. Opernfestival gewidmet

Mit der erneuerten Version „seiner” Carmen wurde am 19. Juni das Opernfestival 2009 in der Arena von Verona eröffnet. Die Carmen von Franco Zeffirelli war zum ersten Mal 1995 in der Arena zu sehen. In diesem Jahr wurde nun Hand an das Bühnenbild gelegt, das in den vergangenen dreizehn Jahren immer wieder das Publikum begeisterte.

Das neue Bühnebild, so der Regisseur, sei nicht revolutionär. Die Grundidee blieb erhalten. Sie wurde allerdings verändert und gesäubert. Die Inszenierung selbst habe sich kaum verändert. Und Zeffirelli erklärt, warum: Die Oper eigne sich nicht für große Interpretationen und Veränderungen. Sie sei eine bittere Komödie, ein Meisterwerk, in dem alle Figuren sich als lustig präsentierten und sich dann als Genies mit Kultur und Persönlichkeit offenbarten. Zu Beginn habe die Carmen vielen nicht gefallen, denn sie hätten nicht verstanden, dass eine „Comique“ Oper auch ein Drama sein kann. Heute reißen sich viele Regisseure geradezu darum, diese Oper zu Inszenieren, denn sie sei ein Meisterwerk ohne Gleichen.
In dem einer italienischen Tageszeitung gewährten Interview spricht Zeffirelli aber nicht nur über die Carmen, sondern auch über das Opernfestival im Allgemeinen. Auf die Frage, ob er für oder gegen den Einsatz von Mikrofonen im Laufe von Freilichtaufführungen sei, antwortete der 87jährige, dass er nichts gegen den Einsatz von modernen Technologien habe, wenn diese zur Verbesserung der Aufführung beitrügen. Wichtig sei, dass auch weiterhin die feinen Nuancen der Musik wahrgenommen werden könnten.
Im kommenden Jahr, so ist geplant, wird das gesamte Festival dem Star-Regisseur gewidmet sein. Für die Regie aller Opern wird Zeffirelli verantwortlich zeichnen. Neben den bereits bekannten Bühnenbildern der vergangenen Jahre ist auch eine neue Turandot geplant. Er denke bereits seit zehn Jahren über die letzte Oper Puccinis nach. Bei der neuen Turandot solle es sich um eine Produktion von Bedeutung handeln. Man werde sehen, so Zeffirelli. In der Zwischenzeit hoffe er, noch ausreichend Kraft zu haben, um die Neuinszenierung zu vervollständigen – damit ein ganzes Festival nicht zu einer Gedenkfeier in seinen Ehren werde.


By: Kirsten
Date: 6/19/2009
#: 143

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