|
|
In Cambridge schätzt man Veroneser Weine
„Doktorentitel” für Veroneser Weine. Den renommierten Weinen Amarone und Recioto wurde eine ganz besondere Ehre zuteil: die edlen Tropfen hielten im Jesus College von Camebridge Einzug. Professoren und Studenten des College können sich seit kurzem die hervorragenden Veroneser Weine kredenzen lassen.
Alles nahm im September seinen Anfang. Bruce Ponder, einer der bekanntesten Dozenten des College, der sich dank seiner Forschungen im Bereich der Bekämpfung von Brustkrebs auf der ganzen Welt einen Namen gemacht hat, nahm in Florenz an einem Kongress teil. Während seines Aufenthalts rief er die Familie Allegrini in Fumane an, und bat darum, deren Winzerei besichtigen zu dürfen. „Zum Glück,“ so Marilisa Allegrini, „war ich in den Tagen nicht auf einer Geschäftsreise, so wie es häufig der Fall ist. So konnte ich Professor Ponder auf seiner Besichtigungstour über unsere Weinberge, auf denen gerade die Weinlese stattfand, begleiten.“ Ponder besichtigte auch die Anlagen, in denen die Trauben zum trocknen gelagert werden und natürlich die Weinkeller. Marilisa Allegrini zeigte ihm alle Phasen der Weinherstellung – vom Pressen der Trauben bis zur Reifung in Eichen- und Barriquefässern. Besonders interessiert sei der Professor an den wissenschaftlichen Aspekten der Weinherstellung gewesen und er sei überrascht gewesen, in wie weit die Wissenschaft sich in die traditionelle Weinherstellung habe einfügen können, ohne diese zu revolutionieren, so Allegrini. Ponder war dermaßen von dem angetan, was er in Fumane gesehen hatte, dass er nach seiner Rückkehr nach Cambridge einen Verköstigungsabend für zwanzig ausgewählte Professoren sowie eine Verköstigung, an der auch die Studenten teilnehmen durften, organisierte. In jedem der drei College von Cambridge, so Marilisa Allegrini, gäbe es eine für den Weinkauf verantwortliche Person. Die Weine werden dann auf Anfrage verkauft oder serviert. Die Weinkeller der College seien gut bestückt. Hauptsächlich lagerten in ihnen französische Weine. Es geschafft zu haben, hier zum ersten Mal Veroneser Weine einzuführen, sei ein bedeutendes Ergebnis. Um die Professoren für sich zu gewinnen, stellte die Veroneserin den Engländern drei Amarone Jahrgänge vor, und zwar 1988, 1997 und 2004 sowie einen Poja aus dem Jahr 1995 und einen Recioto Giovanni Allegrini Jahrgang 2000. Auch drei Weine aus der Toskana wurden vorgestellt. Sie werden von der Winzerei in Bolgheri und Montalcino gekeltert. Die Professoren konnten so auch einen Brunello San Paolo, einen Dedicato Walter sowie den Weißwein Solosole Vermentino di Toscana probieren. Natürlich erklärte Marilisa Allegrini bei jedem Wein die Kelterungsmethoden und die Traubensorten. Für sie sei es aufregend gewesen, in Cambridge das Ergebnis der jahrzehntelangen Arbeit ihrer Familie vorzustellen. Doch noch aufregender sei es gewesen, mit Professor Ponder eine „Besichtigungstour“ durch die Labore seines Departments zu unternehmen. Es sei, als ob sie den Tempel der Wissenschaft besucht hätte. In jeder Ecke schien ein Altar zu stehen, der einer Entdeckung gewidmet war: dem DNA, den Stammzellen oder der Proteinstruktur der Zellen.
Return
|
|
|