Botaniker entdecken neue Baldo-Blume
Zunächst glaubten sie ihren Augen nicht zu trauen. Doch dann waren sie sich sicher: sie hatten eine neue Blumen-Spezies des Monte Baldo entdeckt.
Zunächst glaubten sie ihren Augen nicht zu trauen. Doch dann waren sie sich sicher: sie hatten eine neue Blumen-Spezies des Monte Baldo entdeckt. Alessio Bertolli und Filippo Prosser, Botaniker des Städtischen Museums von Rovereto, beschäftigen sich seit 1990 mit der Flora des Monte Baldo. Neun Veroneser Gemeindegebiete und fünf Trientiner Gemeindegebiete der Bergkette sind ihr Arbeitsgebiet. Bisher haben die Botaniker über 150.000 Daten gesammelt und über 1.800 Pflanzen-Spezies bestimmt. Zu diesen gesellt sich nun eine neue, die Guenthera Repanda Baldense.
Die Guenthera Repanda Baldense wächst ausschließlich in schwer zugänglichen Gebieten auf den Abhängen der Vallagarina, oberhalb von Brentino Belluno. Die Guenthera gehört zu der Familie der Brassica.
Bei der Guenthera Rapanda Baldense handelt es sich nicht um die einzige endemische Blumen-Spezies des Monte Baldo-Gebietes. Sie gesellt sich zu anderen „exklusiven“ Blumenarten wie die Kerner-Ranunkel, die in zweitausend Meter Höhe wächst, und wie der Gypsophilia Papilrosa, dem so genannten „velo da sposa“ (Brautschleier), der am Gardesaner Ufer des Baldos zu finden ist.
Der Monte Baldo wurde bereits in der Vergangenheit als Hortus Italiae bezeichnet. Er war und ist auch heute noch ein wahres Paradies für alle Wissenschaftler und Hobby-Botaniker. Auch für die beiden Botaniker des städtischen Museums von Rovereto hält der Monte Baldo noch viele Überraschungen parat. Zum ersten Mal entdeckten sie ein Exemplar der Guenthera am 7. Juni 2004, und zwar am höchsten Felsband des Monte Cimo. Damals, so die Botaniker, seien sie über den absolut ungewöhnlichen und unerwarteten Fund sehr überrascht gewesen. Es habe sich um ein Kreuzblütengewächs mit einer robusten holzigen Wurzel, Blütenrosetten mit auffälligen und stark duftenden gelben Blüten, nackten Stängeln mit großen hängenden Früchten, die an Bohnenhülsen erinnerten, gehandelt. Sofort hätten sie, so die Botaniker, an eine Brassica gedacht, die nur im Friaulen zu finden ist. Weitere Untersuchungen hätten dann allerdings zu dem Ergebnis geführt, dass die auf dem Monte Cimo entdeckte Brassica nicht nur nichts mit der aus Friaulen stammenden gemein habe, sondern auch mit keiner anderem bekannten Brassica aus dem westlichen Alpenraum. Die der auf dem Baldo entdeckten Guenthera am ähnlichsten Blumen-Spezies wachse im spanischen Alicante. Die Ähnlichkeiten zwischen diesen beiden Pflanzen habe zu der Annahme geführt, dass es sich bei der Guenthera Baldense um eine Unterklasse handle. Von der Guenthera Rapanda waren bisher achtzehn Unter-Spezies bekannt, deren Habitat sich im westlichen Mittelmeerraum befindet. Die „Baldensi“ ist nun die neunzehnte Unter-Spezies.
By: Kirsten
Date: 12/11/2007
#: 554
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