Die bewegte Geschichte der Gardasee-Insel
Insula Cranie, Isola dei Frati, Isola Lechi, Isola Scotti, Isola de’ Ferrari, Isola Borghese – die Gardasee-Insel hatte im Laufe der Jahrhundert viele Namen. Meistens bezogen sie sich auf die Besitzer der Insel.
Bewohnt war die Insel bereits zur Zeit der alten Römer. Belegt wird dies durch die 130 gallisch-romanischen Grabsteine, die auf ihr gefunden worden sind und vom Grafen Luigi Lechi dem römischen Museum von Brescia geschenkt wurden. Zum ersten Mal erwähnt wird die Insel in einem Dekret Karls des Großen aus dem Jahr 879. In dem Dekret geht es um die Schenkung der Insel an die Ordensbrüder von San Zeno aus Verona. 1180 war die Insel Teil des Lehnsgut, das Friedrich Barbarossa den Vorfahren von Biemino da Manerba gewährte. Im gleichen Jahr besuchte Franz von Assisi die Insel und Biemino da Manerba schenkte ihm einen Teil der Isola. Franz von Assisi ließ hier eine einfache Klause bauen. Mit der Ankunft von San Bernardino da Siena im Jahr 1429 wurde das alte Kloster renoviert.
Die Insel wurde in den folgenden Jahren zu einem wichtigen religiösen Zentrum. 1470 wurde auf ihr eine Schule für Theologie und Philosophie eingerichtet. Von 1685 bis 1697 befand sich auf der Insel ein Noviziats-Konvent. 1778 wurde das Kloster von Napoleon geschlossen. Der Franzose hatte das Eigentumsrecht mit der Cisalpinen Republik erstanden.
Später ging die Insel in Staatsbesitz über. In den darauf folgenden Jahren wechselten die Besitzer: Gian Battista Conter (1800), die Brüder Benedetti aus Portese (1803), Giovanni Fiorentini aus Mailand (1806) und Graf Luigi Lechi aus Brescia (1817). Lechi gab wichtige Restaurierungsarbeiten und Bauten in Auftrag. Zwanzig Jahre später übergab er seinem Bruder Teodoro die Insel. Auch Teodoro zeichnete für Verbesserungsarbeiten verantwortlich. 1860 wurde die Insel vom Staat enteignet und ging an das Heer über. Schnell verwarf man die Idee, hier eine Burg zu bauen und man verkaufte die Insel an Baron Scotti. Scotti verkaufte die Insel 1870 seinerseits an den Herzog Gaetano de Ferrari aus Genua. Gemeinsam mit seiner Frau, der russischen Erzherzogin Maria Annenkoff, arbeitete er an dem Entwurf und der Realisierung des Parks. Die Villa im neugotischen-venezianischen Stil wurde zwischen 1890 und 1903 gebaut. Nach dem Tod der Erzherzogin, ging der Besitz an deren Tochter Anna Maria über. Diese heiratete dann den Prinzen Scipione Borghese aus Rom. Der Prinz starb 1927. Seine Tochter Livia erbte den Besitz. Livia heiratete den Grafen Alessandro Cavazza aus Bologna. Nach ihrem Tod ging die Insel in den Besitz ihres Sohnes Camillo über. Camillo hinterließ sie später seiner Frau Charlotte und ihren gemeinsamen Kindern. Noch heute widmen sie sich mit Leidenschaft dem Park und dem Palazzo.
Return