Blanco „lebt” nun im MUSE

Dienstag, 08 Januar 2019 15:13
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Beeindruckend groß – zu Lebzeiten wog er fast 200 Kilogramm - sitzt er neben der Löwin, die sich um ihren Nachwuchs kümmert, und dies in der Abteilung, in der von der Evolution erzählt wird. Die Rede ist von Blanco, dem weißen Löwen, der einst im Parco Natura Viva lebte.

Nun wird er im 1. Untergeschoss des Wissenschaftlichen Museums in Trient (MUSE) weiterleben und die Geschichte der letzten weißen Löwen von Kruger erzählen, die den afrikanischen Legenden heilig und begehrte Trophäen von Wilderern sind.

Bis zu seinem Tod - am 26. Juni letzten Jahres - lebte Blanco im Parco Natura Viva in Bussolengo. Er war der älteste weiße Löwe in Europa. Seit dem 20. Dezember ist er nun eines der Tiere, die im MUSE ausgestellt sind.
Exemplare von Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, übernehmen so auch über ihr Leben hinaus eine wichtige Rolle. Blanco ist ein Beispiel hierfür. Diese Löwenart wurde 1938 entdeckt und steht seitdem im Mittelpunkt der illegalen Jagd und des illegalen Handels. Die Wissenschaft klassifizierte diese Löwen erst in den 70er Jahren und heute überleben 13 von ihnen im ursprünglichen Habitat Timbavati, das unter sehr hohem Schutz steht. Es versteht sich von selbst, dass Blancos genetisches Erbe zu Lebzeiten von unschätzbarem Wert war, aber er liefert auch nach seinem Tod einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaft.
„Um das genetische Erbe zu bewahren, das in der Natur Gefahr läuft, verloren zu gehen, hat unser „König“ zwei Nachfolger", so Cesare Avesani Zaborra, wissenschaftlicher Direktor des Parco Natura Viva in Bussolengo. „Ermelo und Madiba sind zwei junge weiße Löwenmännchen, zwei der 81 Exemplare, die in den zoologischen Parks Europas vertreten sind. Sie stammen aus einem französischen Park und sollen zusammen mit den drei Löwenweibchen des Parco Natura (Safia, Lubaja und Kianga) ein Rudel gründen. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die drei sie akzeptieren können, aber die Geschichte der weißen Löwen von Kruger wird dank ihnen eine Zukunft haben."