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In Verona dirigiert Maestro Lü Jia Gustav Mahlers Neunte Sinfonie

In Verona dirigiert Maestro Lü Jia Gustav Mahlers Neunte Sinfonie
Verona - Teatro Filarmonico - Foto Ennevi

 

Die Neunte Sinfonie von Gustav Mahler ist sein letztes vollendetes Werk und zugleich ein Abschied von Leben und Kunst. Erstmals stellt sich das Orchester der Fondazione Arena dieser monumentalen Partitur unter der Leitung von Lü Jia im Teatro Filarmonico von Verona (24. April, 20 Uhr; 25. April, 17 Uhr).

Entstanden in einer Phase persönlicher und künstlerischer Umbrüche, spiegelt die Sinfonie Mahlers Erfahrung von Verlust, Exil und Krankheit. Nach Jahren an der Wiener Hofoper und dem Tod seiner Tochter begann er ein neues Leben in den USA, wo er an der Metropolitan Opera tätig war. In Dobbiaco komponierte er zwischen 1908 und 1910 neben dem „Lied von der Erde“ auch die Neunte sowie Skizzen zur unvollendeten Zehnten.

Die Sinfonie vereint Tradition und Innovation: vier Sätze, eingerahmt von zwei langsamen, tiefgründigen Teilen – dem komplexen Andante comodo und einem entrückten Adagio-Finale. Dazwischen stehen ein tänzerisch-ironischer Ländler und das scharf konturierte Rondo-Burleske. Leitmotivisch wirken die drei fallenden Töne aus Ludwig van Beethovens Sonate „Les Adieux“ – ein musikalisches „Lebewohl“.

Das Werk kulminiert in einem leisen, fast ins Schweigen führenden Schluss. Die Aufführung markiert zugleich eine Hommage an Giuseppe Sinopoli, der die Sinfonie 1993 zuletzt mit der Philharmonia Orchestra in Verona präsentierte.

 

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