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Ciao!

Ciao!
Ciao

„Ciao!“ – so grüßen sich die Italiener (und inzwischen nicht nur sie). Doch was bedeutet Ciao eigentlich? Wo kommt dieses schöne, kurze, melodische Wort her, bei dem gleich ein wenig Urlaubsstimmung aufkommt? Das Wort wird unter Freunden benutzt, wenn man sich begrüßt oder verabschiedet – also anders als zum Beispiel das deutsche „Tschüs“, das man ja nur zum Verabschieden benutzt. Wenn wir „Ciao“ sagen, dann sprechen wir venezianisch, so weiß der Restaurateur und Referent für Venezianische Traditionen in der Stadtverwaltung von Venedig, Giovanni Giusto, zu berichten.  Doch ursprünglich war Ciao kein Wort, das man unter Freunden nutzte. Es war vielmehr ein Wort, das Unterwürfigkeit ausdrückte. Um dies besser zu verstehen, müssen wir ein wenig in der Geschichte reisen, und zwar bis ins 17. Jahrhundert zur Repubblica di Venezia, die auch „Serenissima“ genannt wurde. In damaliger Zeit, wenn man jemanden mit viel Ehrfurcht grüßen wollte, dann sagte man „S-ciavo vostro“ (Aussprache: Schavo Vostro – euer Sklave). Richtete man diesen Gruß an eine Dame, dann konnte dies dazu führen, ihr den Hof zu machen. Richtete man ihn an einen Mann in wichtiger Position, konnte dies zu einer positiven Entwicklung in Geschäftsbeziehungen führen. Und richtete man die Worte an einen Freund, dann wusste dieser, dass man ihn sehr zu schätzen wusste.Wenn man nun zum Beispiel in der Stadt unterwegs war und es eilig hatte, dann wurde aus dem „S-ciavo vostro“ schnell die Kurzform „S-ciavo“. Und S-ciavo verwandelte sich im Laufe der Zeit zum heutigen „Ciao“.

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