Grotta di Fumane: Ausgrabungskampagne 2017 war ein Erfolg

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Der letzte Monat der Ausgrabungskampagne in der prähistorischen „Grotta di Fumane“ hielt noci eine Überraschung parat: die Paläontologen entdeckten eine Raubvogelkralle, die von den Neandertalern zur Verschönerung ihrer Kleidung genutzt wurde.

Das Fundstück wird nun von den Experten untersucht. Die Raubvogelkralle war allerdings nicht die einzige Neuheit der Ausgrabungskampagne. Neues gab es auch in Bezug auf das DNA der entdeckten Fundstücke, auf die Federreste, die Gewohnheiten der Neandertaler, die Braunbär-Jagd und in Bezug auf die Höhlen sowie die entdeckten Knochen. Zu all diesen Themen laufen nun Untersuchungen, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen internationalen Universitäten vorangetrieben werden.

Die „Grotta di Fumane“ bestätigt sich so erneut als wahre Schatztruhe für die Archäologie. Sie gewährt unter anderem Einblick in die Beziehung zwischen dem Neandertaler und dem Sapiens, die hier in den verschiedenen Epochen lebten.
Die Ausgrabungskampagne war in diesem Jahr kürzer als gewohnt. Sie dauerte nur einen Monat. Im Laufe dieser Ausgrabungen konzentrierte man sich auf die Zeit von vor 50.000 Jahren, und dies in Vorbereitung auf die Ausgrabungskampagne des kommenden Jahres, die zweieinhalb Monate dauern wird. Die diesjährige Ausgrabungskampagne sei allerdings sehr intensiv gewesen, so Professor Marco Peresani von der Universität Ferrara, der seit 25 Jahren für die Ausgrabungen verantwortlich ist. Täglich seien zahlreiche Besucher aus dem Ausland nach Fumane gekommen. Das Jahr 2017 sei das Jahr der Transition, das sich durch Studien seitens italienischer und ausländischer Forscher auszeichnete. In diesen Tagen habe man außerdem erfahren, dass ein Forschungsprojekt mit europäischen Geldern finanziert werden könnte. Dieses Projekt sei verschiedenen Universitäten und archäologischen Fundstätten gewidmet. Zu ihnen zähle auch die Grotte von Fumane.
In der Grotte, die sich in der Veroneser Provinz befindet, lebten einst Neandertaler. Für viele ist sie eine der auf europäischem Level wichtigsten Orte, die im Laufe der Jahrtausende die Präsenz des Neandertalers belegt.
Der Unterschlupf wurde 1962 durch Zufall von dem Lehrer Giovanni Solinas während eines Spazierganges mit seinem Sohn Alberto entdeckt. Die Grotte befindet sich an der alten Straße, die nach Molina führt, und zwar an der zweiten Kurve mitten in der wilden Vegetation unter einer Felswand.
Im Laufe der Jahre wurden in der Höhle verschiedene Hinweise auf die Präsenz des Neandertalers entdeckt. Zu ihnen zählen einige ockerfarbene Zeichnungen, aber auch Tierreste, Feuerstellen und sogar Müllreste.
Bewohnt wurde die Grotte vom Frühjahrs- bis zum Herbstende. Dann zogen die Neandertaler in wärmere Gefilde um. Später diente die Grotte Tieren, die hier Schutz suchten.
Heute kann die Grotte nach Voranmeldung besichtigt werden. Infos: www.grottadifumane.eu.