Deutsch-italienisches Filmteam dreht Spielfilm am Gardasee

Freitag, 20 September 2019 12:46
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Die Hauptdarstellerinnen und die Regisseurin (v.l.n.r.): Natalia Rudziewicz, Thandi Sebe, Sinje Köhler, Janet Rothe,  Homa Faghiri, Ina Maria Jaich Die Hauptdarstellerinnen und die Regisseurin (v.l.n.r.): Natalia Rudziewicz, Thandi Sebe, Sinje Köhler, Janet Rothe, Homa Faghiri, Ina Maria Jaich

Ein junges internationales Team der deutschen Filmhochschule Filmakademie Baden-Württemberg dreht seit dem 2. September und noch bis zum 16. Oktober ihren Debüt-Spielfilm VIVA FOREVER in und um Brenzone.

Der Spielfilm ist die zweite gemeinsame Arbeit von Regisseurin Sinje Köhler und ihrem Kameramann Fabian Gamper. Mit ihrem Film FREIBADSINFONIE konnten sie bereits die Nominierung für einen Studenten-Oscar einfahren, sowie den deutschen Kamerapreis gewinnen. Ihr neuer Film, der in Zusammenarbeit mit dem ZDF entsteht, soll nun das einzigartige Flair des Gardasees auf die große Leinwand bringen und Millionen Zuschauern im deutschen Fernsehen und weltweit präsentiert werden.

Die Geschichte
Die sechs Endzwanzigerinnen Francesca, Lea, Anïs, Fahna, Luz und Jule sind seit ihrer gemeinsamen Schulzeit eine feste Clique. Wie jedes Jahr fahren sie auch diesen Sommer in die Ferienwohnung von Francescas Eltern an den Gardasee. Die Clique kennt sich schon seit über 15 Jahren und während dieser Zeit haben sie sich nicht nur örtlich voneinander entfernt. Auch ihre Leben sowie ihre Persönlichkeiten haben sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Das Freundschaftskonstrukt basiert hauptsächlich auf der gemeinsamen Vergangenheit und stagniert aufgrund vieler unausgesprochener Konflikte. Doch die Liebe aus vergangenen Tagen ist immer noch präsent und wenn sich die Freundinnen drei- bis viermal im Jahr sehen, fühlt es sich fast so an wie früher. Jedes Jahr wird es nun schon schwieriger, den gemeinsamen Urlaub zu organisieren und so hat es diesen Sommer lediglich für fünf Tage gereicht. Doch diesen Urlaub sind sie nur zu fünft, denn Jule ist aus einem spontanen Entschluss heraus nicht mitgefahren und macht lieber alleine Urlaub. Den Grund für diese Entscheidung kennt niemand. Jule ist ab dem Zeitpunkt nicht mehr erreichbar und die fehlende Kommunikation lässt viel Raum für eigene Interpretationen. In den folgenden Tagen versuchen die Freundinnen das Beste aus dem Urlaub zu machen. Tagsüber wird das Thema „Jule“ meist totgeschwiegen und dafür abends im Bett umso mehr diskutiert.Nach und nach beginnen die Frauen das gesamte Freundschaftskonstrukt, sowie die einzelnen Freundinnen zu hinterfragen. Kleinigkeiten, persönliche Eigenschaften und Ticks der anderen fallen auf einmal mehr ins Gewicht und beginnen den Urlaub mit einer unangenehmen Note zu überdecken. Der strenge Zeitplan, die unterschiedlichen Lebenskrisen sowie allerlei gelüftete Geheimnisse, bringen an einem feuchtfröhlichen Abend das Fass schließlich zum Überlaufen. Die Situation eskaliert und alle unterschwelligen Konflikte kommen auf den Tisch. Die Freundinnen raffen sich zusammen und bemerken, dass sie sich zu sehr auf der Vergangenheit ausgeruht haben. Sie sind ehrlich mit sich und entscheiden sich für die Freundschaft, die im Hier und Jetzt neu definiert wird.

Die Regisseurin
Sinje Köhler ist die Regisseurin des Films Viva Forever. Sie wurde 1988 in Darmstadt geboren. Das trockene Studium der Politikwissenschaften tauschte sie nach einem Semester gegen den Studiengang „Motion Pictures“ an der Hochschule Darmstadt aus. Mit ihrem 38-minütigen Bachelorfilm „Nadja & Lara“, gewann sie 2012 den Hessischen Hochschulfilmpreis. Seit 2013 studiert sie szenische Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg und arbeitet freiberuflich als Drehbuchautorin und Regisseurin. Ihr Drittjahresfilm „Freibadsinfonie“, über einen klassischen, dahinsiechenden Sommertag im Mikrokosmos Freibad war für den Studenten-Oscar 2017 nominiert und gewann auf nationalen Festivals mehrere Preise. In Zusammenarbeit mit ARTE und SWR führte sie bei dem Kurzfilm „Herzilein“ Regie, der seine Premiere auf dem Flickerfest in Sydney gefeiert hat. Die Geschichte des Films, so die Regisseurin, habe autobiografische Züge, denn seit ihrem 18. Lebensjahr habe sie immer wieder Ferientage am See verbracht, genauer gesagt in Torri (Pai). Feriendomizil sei das Haus der Eltern einer Freundin, das übrigens auch für die Dreharbeiten genutzt wird. Apropos Dreharbeiten: sie fanden und finden hauptsächlich in Pai (Torri) und Brenzone (Castelletto) statt, doch auch in anderen Orten des Sees, wie zum Beispiel Gargnano wurde gedreht. Das Drehteam setze sich, so Köhler, aus rund zwanzig Personen zusammen. Zum Team gehörten unter anderem fünf Hauptdarsteller. Hinzu kämen einige Nebenrollen. Zum Team gehörten auch einige Italiener, die in Deutschland zweisprachig aufgewachsen seien. Regisseurin Köhler zeigte sich zufrieden mit den Dreharbeiten. Es würde gut laufen. Das Wetter spiele im Moment mit und die Atmosphäre am Set sei toll. Auch würde immer wieder Passanten neugierig den Dreharbeiten beiwohnen. Der Film Viva Forever wird nach der Fertigstellung zunächst auf Festivals und im Kino zu sehen sein. Voraussichtlich im Jahr 2021 wird er dann auch in der Mediathek des ZDF veröffentlicht. (KH)

Komparsen gesucht
Die jungen Filmemacher suchen noch tatkräftige Unterstützung: ob Leute aus der Region oder deutsche Urlauber, man freut sich über jeden. Leute aller Altersklassen, die Lust haben als Komparse den Bildschirm mit Leben zu füllen und ein echtes Set aus der Nähe zu erleben, werden gebeten, sich bei den Produzenten unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu melden. Besonders für eine Party-Szene, die am 3. oder 4. Oktober in der Osteria Ago e Rita in Torri del Benaco gedreht wird, sucht man noch Personen, die unentgeltlich als Komparsen an dem Film teilnehmen möchten. Doch auch für die anderen Drehtage werden noch Komparsen benötigt.