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C-Roads Italy: A22 ist eine Werkstatt für das vernetzte Fahren

C-Roads Italy: A22 ist eine Werkstatt für das vernetzte Fahren
C-Roadshow

Eine Autobahn, die mit Fahrzeugen kommuniziert, und Fahrzeuge, die ihrerseits miteinander vernetzt sind, um Reisen sicherer, schneller und umweltfreundlicher zu machen: das ist das große Ziel, das die Brennerautobahngesellschaft erreicht hat – gemeinsam mit den Trägern verschiedener Projekte, die in den vergangenen vier Jahren im Rahmen von C-Roads Italy entlang der A22 entwickelt worden sind. C-Roads Italy ist Teil des Europäischen Programms zur Entwicklung von EU-weit einheitlichen kooperativen intelligenten Verkehrssystemen (Cooperative Intelligent Transport Systems, C-ITS). Im Rahmen der C-ITS Roadshow am heutigen Donnerstagvormittag im Kongresszentrum Interbrennero in Trient ist eine Bilanz der Arbeiten vorgestellt worden.

Als bedeutendstes Ergebnis gilt dabei die Entwicklung eines Datenübertragungsprotokolls, das die Fahrzeuge erreichen kann, und zwar über einen C-ITS-Server, über die 63 installierten Road Side Units (RSU) für die Kommunikation mit niedriger Latenz und über ein virtuelles RSU, das in Zusammenarbeit mit dem Mobilfunkanbieter TIM für hohe Latenz implementiert wurde. Diese von der Brennerautobahngesellschaft entwickelte Lösung ist nunmehr italienischer Standard für die hybride Kommunikation und ermöglicht es bereits heute, Informationen zu Baustellen, Unfällen, Wetter und ähnliche an den Bordcomputer der Fahrzeuge zu übermitteln. In Zukunft wird dies das Instrument sein, mit dem jedes Fahrzeug wie ein Zugwaggon mit hoher Geschwindigkeit in völliger Sicherheit und umweltschonend gesteuert werden kann. Dass dieses Ziel weit mehr als Science-Fiction ist, zeigen die Tests für das Truck Platooning, die Iveco entlang der A22 durchführen konnte. Dabei handelt es sich um einen LKW-Konvoi, der nur vom ersten Fahrzeug gelenkt wird und in völliger Sicherheit mit dem restlichen Autobahnverkehr interagieren kann. Ein weiteres Beispiel ist die automatisierte Fahranwendung Highway Chauffeur, die das CRF (Centro Ricerche Fiat) getestet hat und die es Fahrzeugen ermöglicht, automatisch die Geschwindigkeit anzupassen, den Kurs beizubehalten oder die Fahrspur zu wechseln.

„Als Brennerautobahngesellschaft erfüllt es uns mit Stolz, die Werkstatt für die Entwicklung eines wichtigen Teils jener Technologie zu sein, die gemeinsames Erbe der Europäischen Union werden soll“, erklärte Präsident Hartmann Reichhalter, der sich zufrieden mit der Entwicklung des Verkehrswesens zeigte, „die es uns gemeinsam mit der Hochgeschwindigkeitsbahn und den E-Fahrzeugen erlauben wird, den Brennerkorridor ohne negative Auswirkungen für die Umwelt und für die Anrainer zu befahren. Die Brennerautobahngesellschaft arbeitet ständig daran, nicht nur die Dienste für ihre Nutzer, sondern auch die Lebensqualität der Menschen an der Autobahn zu verbessern.“

A22-Geschäftsführer Diego Cattoni, seit kurzem auch Aiscat-Präsident, hatte die Aufgabe, auf die Bedeutung der Digitalisierung des Verkehrs für den gesamten Autobahnsektor einzugehen. „Seit mehreren Jahrzehnten werden in Italien nur wenige neue Autobahnen gebaut“, erinnerte Cattoni. „Dies darf kein Tabu sein, wo eine neue Infrastruktur nötig ist“, so der Geschäftsführer. „Die von uns entwickelte C-ITS-Technologie aber wird es uns ermöglichen, die Kapazität aktueller Infrastrukturen zu vervielfachen und die Unfallrate auf null zu setzen, ohne dabei mehr Grund und Boden zu beanspruchen. Gemeinsam mit der Verbreitung von Elektro-, Wasserstoff- und batteriebetriebenen Fahrzeugen ist dies jener Bereich, in dem wir entschlossen handeln müssen, um in den nächsten Jahren den Autobahnsektor zu revolutionieren. Diese Entwicklung“, fügte Cattoni hinzu, „muss in Synergie mit der Eisenbahn erfolgen.

“Dieses letztgenannte Konzept hob auch der EU-Koordinator für den Scan-Med-Korridor Pat Cox aus Irland in seiner Rede hervor. „Auch wenn sich die heutige Konferenz um die Rolle der C-ITS-Technologien auf der Straße dreht, so denke ich als TEN-V-Koordinator, dass die Entwicklung eines viel größeren Datenflusses nicht nur auf unseren Straßen, sondern auch für die anderen Verkehrsmittel wichtig ist, um unsere Mobilität besser in diese Zeit der besseren Vernetzung und des größeren Umweltbewusstseins zu integrieren.“ Lobende Worte fand Pat Cox für die Ergebnisse des Projektes C-Roads Italy. „Lassen Sie mich die hervorragenden Fortschritte der vergangenen vier Jahre würdigen“, so Cox. „Der Verkehr steht an der Schwelle zu seinem tiefgreifendsten Wandel, seitdem die Pferdekutsche vom Verbrennungsmotor abgelöst wurde. Die Modernisierung und die Anpassung unserer Straßeninfrastruktur ist dabei ein entscheidender Beitrag für diesen Prozess.

“Der Technische Generaldirektor der Brennerautobahngesellschaft Carlo Costa zeichnete die einzelnen Schritte des Projektes C-Roads Italy nach, das er von Anfang an verfolgen konnte. „In den vergangenen Jahren haben wir die internen Kommunikationsprotokolle der Autobahnbetreiber in ein einheitliches Format für die Übermittlung von C-ITS-Nachrichten übersetzt, den C-ITS-Server aufgebaut, die Software Pyc-roads für die Umwandlung der Nachrichten nach den ETSI-Richtlinien in das Binärformat entwickelt, 63 Road Side Units installiert sowie das virtuelle Road Side Unit für eine Integration der Signale mit niedriger und hoher Latenz entwickelt und damit den italienischen Standard für die hybride Kommunikation definiert. Wir haben die Sicherheit der Daten vor eventuellen Angriffen gewährleistet und die Privatsphäre der Nutzer geschützt“, so Costa. „Mithilfe unserer Partner wie CRF, Iveco, TIM und Asfinag konnten wir das System überprüfen und Projekte wie Truck Platooning, Highway Chauffeurund die Kompatibilität unserer Systeme über die Brennergrenze hinweg testen. Der geschätzte Arbeitsaufwand liegt bei 10.200 Stunden, 90 Prozent davon wurden von internen Ressourcen geleistet. Wir sind wirklich sehr zufrieden“, schloss Costa, „wir stehen erst am Anfang, aber haben schon einen Fuß in der Zukunft.“

 

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